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Waiblingen-Klimaneutral

Waiblingen, klimaneutral, GermanZero

„Ich sage ihnen, dass wir unsere Kinder in einen globalen Schulbus hineinschieben, der mit 98-prozentiger Wahrscheinlichkeit tödlich verunglückt.“

Prof.Dr. Schellnhuber

Pressekonferenz der Fridays for Future

zum Klimastreik am 23.9.2022

Redebeitrag von Waiblingen-Klimaneutral zum Klimastreik am 23.9.2022:

Fridays for Future haben heute wieder zu einem globalen Klimastreik
aufgerufen, alleine in Deutschland sind 200 Demonstrationen geplant. Und
sie haben dieses mal eine konkrete Forderung:

Ein Klimapaket von 100 Milliarden Euro um in einem beispiellosen Tempo
jetzt reagieren zu können. Denn eines ist mittlerweile auch klar, aber
leider noch nicht in vielen Köpfen angekommen:

Jetzt diese riesige Summe zu investieren wird nur ein Bruchteil dessen
kosten, was wir später werden aufbringen müssen, wenn wir jetzt nicht
handeln.

Die USA hat kürzlich das größte, jemals dagewesene Klimapaket
verabschiedet, worauf warten wir hier in Deutschland?

Klar ist, dass einige sehr unangenehme Entscheidungen getroffen werden
müssen, keiner hat behauptet, dass es einfach ist, die Welt zu retten
und wir werden alle ein paar Schritte aus unserer Komfortzone gehen
müssen. Vieles wird sich verändern, aber das muss nicht immer nur
schlimm sein, denn

WÄRE ES NICHT SCHÖN, wenn wir unsere Innenstädte nachhaltig begrünen
und entsiegeln, so dass Regenwasser wieder vom Grund aufgesogen werden
kann und nicht zu Überschwemmungen führt?

WÄRE ES NICHT SCHÖN, wenn es in den Gärten und auf den Wiesen wieder
grabbeln, kriechen und summen würde auch wenn das vielleicht nicht in
das momentan gängige Schönheitsideal von „Quadratisch, plastisch,
gut“ passt?

WÄRE ES NICHT SCHÖN, wenn Industrie und Gewerbe in Kreisläufen denken
und sich gegenseitig mit Abwärme und Produktionsprozessen unterstützen
würden?

WÄRE ES NICHT SCHÖN, wenn wir an einem autofreien Sonntag unsere
Städte, Dörfer und die Umgebung wieder ganz anders, stressfreier und
bewusster wahrnehmen könnten?

WÄRE ES NICHT SCHÖN, wenn wir all die zugeparkten Straßen und Plätze
als gemeinschaftliche, kostenlose Orte des Zusammentreffens und
Verweilens nutzen würden statt für Blechlawinen, die uns die Luft zu
Atmen nehmen und die Temperatur in den Städten signifikant nach oben
treiben?

WÄRE ES NICHT SCHÖN, wenn auch die Niedrigverdiener und
HarzIV-Empfänger mit einer subventionierten MiniPV-Anlage teilweise
unabhängig von den momentanen Mondpreisen werden könnten?

WÄRE ES NICHT SCHÖN, wenn ich mich nicht zwischen einer mit Pestizit
behandelten, konventionellen und einer in Plastik eingeschweißten
Öko-Gurke entscheiden müsste, sondern einfach eine Gurke kaufen
könnte?

WÄRE ES NICHT SCHÖN, wenn Konzerne nicht nur naturverbundene Werbung
verbreiten würden, sondern von der Politik gezwungen würden, ihre
großmundigen Versprechen auch in die Tat umzusetzen?

Oder anders: Wenn „Greenwashing“ unter Strafe stünde?

WÄRE ES NICHT SCHÖN, wenn man sich als Fußgänger und Radfahrer im
Straßenverkehr ernst genommen fühlen würde und nicht erst an zigster
Stelle nach dem Autoverkehr käme?

WÄRE ES NICHT SCHÖN, wenn hier auf dem Postplatz wieder das
Weidachbächle fließen würde?

Der neue Waiblinger OB, Herr Wolf, hat bereits angemerkt, dass er den
Postplatz gerne verändern und lebenswerter gestalten würde.

Das hat uns auf die Idee gebracht, Waiblinger Kindern eine Frage zu
stellen:

„Wenn ihr der Bürgermeister von Waiblingen wärt und ihr könntet mit
dem Postplatz anstellen, was ihr wollt, wie würde der dann aussehen?“

Zugegeben, manchmal kamen da SEHR kreative Dinge dabei raus, und einen
Schokobrunnen oder einen täglichen Geldregen wird es hier wohl auch in
ferner Zukunft nicht geben, aber es war doch spannend, was sich die
kommende Generation vorstellt.

WÄRE ES NICHT SCHÖN, wenn ein zufällig ausgewählter BürgerInnenrat
alle paar Monate die Fortschritte bewerten und kommentieren könnte?

Und WÄRE ES NICHT SCHÖN, wenn wir uns nicht mehr ob der kommenden
Herausforderungen machtlos fühlen sondern alle ALLE ZUSAMMEN anpacken
würden, weil wir das gemeinsame Ziel vor Augen haben?

Wie Jochen schon gesagt hat, wir glauben nicht, dass es uns noch an
Erkenntnisgewinn fehlt, nur der Schritt oder auch die zwei Schritte
weiter, kommen noch sehr, sehr zögerlich!

In meinen Postfach stapeln sich die Klimanewsletter von Organisationen,
Landesregierungen und Instituten die Veranstaltungen über
Veranstaltungen zu Thema anbieten, in den Medien ist der Klimawandel
mittlerweile täglich präsent und immer mehr Städte und Gemeinden wie
auch wir hier im Remstal, machen sich Gedanken, wie sie fit für die
Zukunft werden können. Das ist toll und das ist gut so – schade, dass
wir das nicht schon vor 10-20 Jahren getan haben.

Nur: Wir dürfen jetzt nicht den Fehler begehen und nach dem vielen
Reden, Beratschlagen und Pläne schmieden, nach Hause zu gehen, die
Hände in den Schoß zu legen und zu denken „Läuft! Der Plan ist da,
irgendwer wird’s schon richten.“

Oder wie der Schwabe so gerne sagt: „Mo sodd“.

Dr „mo sodd mol“ wird gerade wieder ganz oft adressiert,
Verantwortlichkeiten für die benannten Probleme werden viel zu oft
anderen zugeschoben und keiner weiß so recht wer denn jetzt der mo
isch, der mal sodd,

Klar ist eigentlich oft nur, dass man selbst leider zu wenig Befugnisse
hat und das Gefragte definitiv auch in das Ressort von jemand ganz
anderem fällt.

Keiner fühlt sich so recht verantwortlich und doch sind wir’s doch
eigentlich alle!

Wir müssen uns jetzt einfach mal auch trauen, neue Wege zu gehen, auch
wenn es dafür noch keine vorformulierten Formulare und Zuständigkeiten
gibt.

Das geht jetzt an all die Verwaltungen, Ämter und Stadträte:

Traut euch! Ohne euch wird das nichts!

Und auch wenn das ein von der Wissenschaft schon viel zu oft
runtergebetetes Mantra ist: Wir müssen endlich mit der Umsetzung
anfangen! Nicht 2025, nicht in einem halben Jahr, sondern JETZT – am
besten schon vorgestern.

Aimée Frank-Nikodem

Abweichung der Globaltemperatur vom langjährigen Durchschnitt:

Prof. Hans Joachim Schellnhuber, Direktor Emeritus des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung:

Der Klimawandel ist bei uns in Waiblingen längst angekommen.

Ein Hitzesommer folgt dem anderen. Zu wenig Regen, vertrocknete Vorgärten. Unsere Bauern sind unter Druck, Wasserknappheit und Waldsterben, Waldbrandalarm bereits im Frühling …


Auch bei uns werden mehr Menschen heimatlos.

Wenn wir so weiter leben wie bisher, werden die Folgen der Erderwärmung nicht nur weiter zunehmen, sie werden in wenigen auch Jahren unumkehrbar. Das bedeutet, dass wir schon bald keine Möglichkeit mehr haben, das Abschmelzen der Gletscher, das Auftauen der Arktis, den Anstieg des Meeresspiegels und die Veränderung der Meeresstömungen noch irgendwie aufzuhalten.

Die Folgen sind Überflutungen, Dürren und Fluchtbewegungen, auch direkt hier in Deutschland. Die brennenden Wälder in Brandenburg, die Überschwemmungen im Ahrtal führen auch bei uns dazu, dass Menschen ihre vertraute Heimat verlieren.

Ist uns eigentlich allen klar, dass unsere Kinder für den Rest ihre Lebens mit den Folgen der Erderwärmung zu kämpfen haben?

Waiblingen,, klimaneutral, GermanZero

Waiblingen, klimaneutral, GermanZero

E-Mail:

waiblingen-klimaneutral@posteo.de